Ägypten

Anflug Hurghada

Dezember 2025

Deutschland im Nebel-Dauer-Grau. Da kann man schon mal über Fluchtmöglichkeiten nachdenken. Die Kanaren zu teuer, Südeuropa zu kalt und das Rote Meer in Ägypten lockt mit 24 Grad. Und schon ist die Entscheidung gefallen. Das Radisson Blu Resort in El Quseire bietet All-Inclusive zu einem günstigen Preis.

Nach knapp 4 Stunden Flugzeit kommen wir in Hurghada an, nach weiteren 2 Stunden und 150 km Busfahrt südwärts sind wir am Ziel, dem Radisson Blu Resort in El Quseir, angekommen. 
Das weitläufige Resort ist top gepflegt, hat drei Pools, einen Steg zum Aussen-Riff mit Schnorchelmöglichkeit, eine Sauna, einen Fitnessraum, mehrere Restaurants, eine Bar, 2-3 Mini-Markets. Das Resort wird von der Außenwelt durch eine Mauer mit mehreren unbesetzten Wachtürmen abgeriegelt. Ein- und Auslass nur für Gäste mit All-Inclusive-Armbändchen. Strom gibt's vom Dieselgenerator. Wo das hervorragende WI-FI herkommt ist mir ein Rätsel. Die Zimmer sind etwas veraltet aber sauber, das Essen hervorragend, das Personal freundlich. Mal sehen, was wir nach 3 Wochen in dieser abgeschotteten Welt sagen werden.

Radisson Blu


5 km am Strand entlang südwärts und man hat die 24.000 Einwohner zählende Hafenstadt El Quseir erreicht. El Quseir ist recht geschichtsträchtig. Davon ist allerdings nicht mehr viel übrig geblieben. Heute am Freitag ist Ruhetag und die meisten Geschäfte sind geschlossen. Der lokale Markt bzw. Souk hat aber bis zum Freitagsgebet gegen Mittag geöffnet. Zum Gebet rufen alle Muezzin der Stadt. Da kann's schon mal laut werden.

Die Wirtschaft scheint am Boden zu liegen, andere Touristen hab ich nicht gesehen. Der Ort ist also nicht grad des Pauschis Traumvorstellung. 

Müll liegt haufenweise überall, die Vergnügungsmeile mit kaputten Kinder-Fahrgeschäften am vermüllten Strand ist mehr eine Abschreckung. Die Kinder grüssen aber freundlich mit einem Hello und ein paar Taxifahrer würden uns gern befördern. Abgemagerte, aber harmlose Hunderudel gibt's.

Was für ein Gegensatz zu unserer Raumstation, unserem Resort.

Vergnügungsmeile

Hotel Sahara

Müllabfuhrtermin verpasst?

Einkaufsmeile

Wohnblock

Souk












Unser Luxus-Resort-Lotterleben unterbrechen wir mit einer organisierten Bus-Tour an den Nil nach Luxor zu den dortigen Ausgrabungen, Tempel und Gräbern. Individual-Touren mit dem Leihwagen scheinen nicht üblich zu sein.
Pünktlich um 04:15 geht's zusammen mit 18 Mitreisenden im halbvollen Bus los. Unser Reiseleiter Jaasar spricht deutsch und hat in Kairo Ägyptologie studiert. Zu dieser Uhrzeit hört er aber lieber den digitalen Muezzin-Klängen des Smartphones zu.
Es geht über Safaga, Quena, New Thebes nach Luxor. In Safaga warten wir im Polizei-Komplex eine halbe Stunde auf nix. Polizei-Checkpoints gibt's reichlich. Die Bodenschwellen davor und danach können nicht höher sein.
Auf halber Strecke ist dann Pinkelpause [50 Cent, 30 EGP]. Selbst um diese Uhrzeit bei gefühlten 10 Grad warten die lokalen Bettel-Kinder unter Aufsicht der Polizei auf ein Schnäppchen - sitzend in einer Reihe. 
Die 4spurige Strecke ist moderat befahren, das Verhalten der Verkehrsteilnehmer ist gewöhnungsbedürftig. Obwohl Rechtsverkehr gilt, fährt man auf der rechten Seite der 4spurigen Strasse immer auf der linken Spur [was der deutschen Überholspur entspricht] und es wird rechts überholt. Gern fährt man auch ohne Licht oder parkt auf der 'Überholspur'. Viele LKW sind krass bunt lackiert.

Nach 5 Stunden Fahrzeit und ca. 312 km sind wir an unserem ersten Tempel angekommen. 

Tempel von Ramses III.

Tempel von Ramses III.

neben Tausenden von Touristen aus aller Welt
machen unzählige Schulklassen einen Ausflug

Weiter geht`s zum rekonstruierten Totentempel der Hatschepsut

Totentempel der Hatschepsut

Blick vom Tempel ins Niltal



Es folgt das Tal der Könige


drei Gräber besichtigen wir

Der folgende Besuch eines Steinmetzes erinnert mehr an eine Butterfahrt und kann man vergessen. Auch hier wieder viele Kinder, die Armbändchen verkaufen. 

Steinmetze

Dann geht's zum Nil. Mit der Fähre geht's zum östlichen Nilufer. Der Fährmann möchte gern zur grottigen Ägypten-Pop-Musik zum Mitklatschen animieren, gelingt ihm aber nicht ansatzweise.

über den Nil ...

... mit der Fähre

Es folgen Erbsen, Kartoffel und Fisch vom Buffet im Iberotel im Schnelldurchgang. Der Tag ist durchgetaktet, denn der letzte Stopp ist der Karnak-Tempel mitten in Luxor. Luxor macht einen sehr touristischen, für Ägypten recht reichen Eindruck. 

Letzte Station ist der Karnak-Tempel.




Um 17:00 Uhr geht`s heimwärts und wir erreichen unser Resort um 20:45.

Fazit:
Ein ausgefüllter 17-Stunden-Tag und eine sehenswerte, tolle Tour. Eine solche Ansammlung von Weltkulturerbestätten kann man nicht alle Tage besichtigen. Trödeln ist auf der Tour nicht möglich. Man könnte Tage in Luxor verbringen und würde nicht alles erkunden können. Der Reiseleiter Jaasar war eine gute Informationsquelle - auch mit seinen Hintergrundinformationen. Politisch äußerte er sich nicht. 

Schnorcheln im Roten Meer ist ein Erlebnis:

Fleckenaal

Feuerfisch

Mehr Fotos gibt`s hier und ein Video hier:

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