2021 - Yucatán und Belize

Im Dezember 2021 radelten wir kanpp 5 Wochen in Mexico vom Norden der Yucatán-Halbinsel im Bundesstaat Quintana Roo südwärts nach Belize und zurück über die karibischen Inseln Caye Caulker, Ambergris Caye und Cozumel.


Mein Fazit

Yucatán

Einwohner
Man kann nix schlechtes sagen, sie sind freundlich und ganz nett. Ein  'Hola Amigo' wird ständig gerufen. Allerdings verdirbt der Massentourismus einiges. War es im ländlichen Felipe Carillo Puerto noch ernst gemeint, ist es in Tulum nur noch billige Anmache.

Der Bundesstatt Quintana Roo lebt vom Tourismus. Hier sind die Einwohner Meister des Beschönigen. Sei es die Werbetafel zum Luxusresort am HW, die Booking.com-Fotos zum Hotel, die Eingangsportale zu den Hotels. Selten werden die damit erzeugten Erwartungen erfüllt.

Sie lieben die lautstarke musikalische Unterhaltung. Kein Geschäft, keine Bar ohne Jukebox. Je lauter desto besser. Auch verschiedene Musikquellen gleichzeitig kommen gut.

Landschaft
Mmh, eigentlich gibt's nix zu sehen, außer natürlich die Karibik-Strände, welche leider meistens in Hotelbesitz sind. 

Yukatan als Radlerland
Vergiss es. Von Cancun bis Tulum 4spuriger HW, viel Verkehr,  landschaftlich sehr langweilig. Yucatán ist meiner Meinung ein Zielgebiet des Billig-Tourismus mit all seinen Auswüchsen und ist daher für eine Radreise eher ungeeignet. Sicherlich gibt es aber auch noch Gebiete außerhalb des Massentourismus, wie z. B. das Naturschutzgebiet Sian Ka'an oder die Gegen um Mahahual.
Vor unserer Reise gab's in Tulum und Puerto Morelos Schießereien zwischen Drogendealern mit Todesfolge zweier Touristen. Seitdem patrouilliert die mexikanische Armee verstärkt die Touristenorte. Wir haben uns dennoch sicher gefühlt.

Kosten
Je näher die Hauptsaison rückt, desto teurer wird's. 18 Peso die Coke im Mini-Markt, 30 Peso am Beach, später zur Hochsaison 45 Peso. Der Eintritt zu einem Beach schlägt schon mal mit 20 USD zu Buche. Für den Rad-Taxi-Transport bei Ankunft zahlten wir 40 USD für ca. 30km vom Flughafen Cancun zum Hotel, bei Abflug waren es 80 USD.
Lebensmittel im Supermarkt sind für uns günstig. Allerdings ist das Supermarkt-Angebot nicht mit dem unseren vergleichbar. Halbfertig- oder Fertigprodukte gibt's nicht.
Die Kategorien der Hotels decken alle Ansprüche ab. Von einfach bis luxuriös gibt's alles. Bucht man per booking.com ist es oft günstiger. Allerdings sind die Fotos der Unterkünfte auf booking.com unglaublich geschönt.

Klima
Feucht heiß mit manchmal kräftigen Regenschauern.

Tiere
Sandflies und Moskitos sind vorherrschend. Sonst haben wir nur ein paar Leguane gesehen. In Schnorchelgebieten gibt's aber durchaus ne Menge Fische zu beobachten.

Belize

Einwohner:
Belizes ist ein Vielvölkermix, deren Einwohner sehr offen und sehr freundlich sind. Überwiegend sind's Mestizen, Kreolen und es wirkt karibisch, latainamerikanisch, mexikanisch, afrikanisch, ein bisschen chinesisch. Amtssprache ist Englisch. Eine bedeutende wirtschaftlich starke Gruppe sind die Mennoniten. 
In kleinen Ortschaften wurden wir oft freundlich gegrüßt, oft aus ehrlicher Neugier angesprochen.  'Daumen hoch' war oft zu sehen. Die englische Amtssprache machte uns die Kommunikation allerdings auch sehr einfach. 
Die Jukebox begleitet den Einheimischen Tag und Nacht. Ohne Musik läuft nix. 
Alarmanlagen werden nicht benötigt, die Hausüberwachung erledigen die Wachhunde zuverlässig. Da wird schon mal stundenlang gekläfft. Für Radler sind die freilaufenden Hunde allerdings harmlos, da ihnen die Kraft für eine Verfolgungsjagd schlicht fehlt.

Landschaft:
Belize ist bis auf den Westen sehr flach. Es gibt ne Menge Feuchtgebiete, was vielleicht die vielen Moskitos erklärt. Landschaftlich hat mir die Mountain Pine Ridge am besten gefallen. Herausragend ist die Küste von Belize mit dem Belize Barrier Reef.
Die beiden Cayes, Caye Caulker für die Backpacker und San Pedro auf Ambergis für die Pauschis, sind meiner Meinung touristisch ausgeschlachtet. Overtourism. Die beiden Inseln sind schon bei der jetzigen geringen Bettenbelegung überlastet (Stichwort Müll). Strände gibt es so gut wie nicht, dafür Fastfood und Drinks zu völlig überhöhten Preisen. Ambergis soll allerdings im Norden noch schöne ruhige Strände haben. In Belize scheint es eine Infrastruktur zur Müllentsorgung zu geben; es sieht jedenfalls 'müllfreier' aus.

Tiere
Belizes Tierwelt, ausgenommen der Moskito, ist uns leider weitgehend verborgen geblieben.

Klima:
Es ist feucht-heiß, auch auf den Inseln am Barrier Reef. Temperaturen bereits ab 25 Grad hab ich als unangenehm empfunden. Da es meistens deutlich wärmer ist, schwitzt man ganz schön und man ist spätestens um 10:00 Uhr morgens komplett durchgeschwitzt.

Belize als Radlerland
ist eher ungeeignet. Die wenigen HW sind zwar mit dem Rad radelbar, der recht laute  Verkehr der veralteten Fahrzeuge ist aber irgendwann nervig.

Kosten:
Obwohl Belize ein recht armes Land ist, sind die Reisekosten nicht günstig. Das für uns Europäer spärliche Supermarktangebot entspricht in etwa dem Preisniveau in Deutschland. Fast alle Supermärkte werden von Chinesen geführt. Das Angebot besteht hauptsächlich aus Chips, Keksen, Softdrinks, Bier. Restaurants, Garküchen mit Gerichten der lokalen Küche haben wir eher selten gesehen.  Einfache chinesische Restaurants und billiges Fastfood dafür mehr. Zu. Fastfood zähl ich mal auch Empanadas, Burritos.
Die Unterkünfte sind grundsätzlich ganz ok und entsprechen dem Preisniveau in Deutschland. Oftmals funktionieren allerdings Dinge, wie Toilettenspülung, Wasserablauf nicht. Auch kann's schon mal reinregnen. Man sollte also nicht so pingelig sein.

Meine Meinung
Für mich ist die Yucatán-Halbinsel und Belize kein Reiseziel mehr. Das feucht-heiße Klima liegt mir nicht. Darüber hinaus erscheint mir die Yucatán-Halbinsel zu sehr ein Billig-Reiseziel zu sein mit den üblichen Auswüchsen. Meine Altersgruppe (Ü60) war so gut wie nicht vertreten. Belize ist vielleicht im Süden, den wir nicht besuchten, noch interessant. 

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